Menschen
Studierende berichten
29.05.2017
Studierende machen Theater und lernen dabei fürs Leben
Anm. d. Red.: In der Reihe "Studierende berichten" haben Studierende die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zum Studium und zur Jade Hochschule frei und unzensiert zu äußern. Um die Authentizität der Beiträge zu erhalten, nimmt die Redaktion keinerlei Änderungen vor.Am vergangenen Samstag feierte das JadeTheater die letzte von vier Aufführungen der diesjährigen Spielzeit. Damit ging für uns, eine Gruppe aus zehn Studierenden verschiedener Fachbereiche und Regisseurin Dr. Pia Schreiber, eine spannende und turbulente Zeit zu Ende. Bereits im Wintersemester begannen wir mit der Arbeit an unserem Stück "Prinzin sucht Prinz – Stolz und vorurteilsfrei", das sich im Ursprung aus zwei Stücken zusammensetzte, die gegensätzlicher nicht sein konnten: Einen Part bildete „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen, wo die Bestimmung der Frau ausschließlich darin besteht, einen Mann zu finden und sich diesem gefällig zu verhalten. Dem gegenüber standen die "Prinzessinnendramen. Der Tod und das Mädchen" von Elfriede Jelinek. Hier wird die traditionelle Rolle der Frau ein ums andere Mal in Frage gestellt. Diese Mischung zusammen mit selbst entwickelten Szenen und untermalt von Tänzen, die von unserem Choreografen Tobias Bindhammer als Teil des studentischen Ensembles eigens für dieses Stück choreografiert wurden, ergab eine unterhaltsame und bissige Inszenierung. Mit dem Stück "Prinzin sucht Prinz – Stolz und vorurteilsfrei" nahmen wir bestehende Rollenklischees auf die Schippe. So hielten wir dem Publikum einen Spiegel vor, aber stets mit einem Augenzwinkern und ohne zu belehren.
"Der schönste Moment war...
als die Show wirklich begann. Das Beste war allerdings unsere Gruppe. Ich bin superfroh, mitgemacht zu haben und diese tollen Menschen kennengelernt zu haben", so Tobias Bindhammer über seine Zeit beim JadeTheater. Dies zeigt auch, dass Theaterspielen mehr ist als nur zusammen arbeiten. Aus einer bunt aus verschiedenen Studiengängen und Semestern zusammengewürfelten Gruppe ist über die Zeit ein Team geworden. Gerade in den letzten Wochen vor der Aufführung sahen wir uns nahezu täglich, sodass es nicht verwunderlich ist, dass wir uns auch persönlich besser kennenlernten. "Alles in allem habe ich nicht nur Erfahrungen im Theaterbereich gemacht, sondern auch viele neue und herzliche Menschen kennengelernt, die ich nun alle zu meinen Freunden zählen darf", so Darstellerin Sayeh Moazami. „Zum Theater zu gehen war für mich die beste Entscheidung, die ich letztes Semester getroffen habe. Wir waren eine tolle Truppe und hatten super viel Spaß“, bestätigt Darstellerin Anneke Drieling.Neben dem Spaßfaktor...
haben wir alle auch vieles gelernt, was uns im Studium und späteren Berufsleben weiterbringt: Die regelmäßigen Übungen in Aussprache und Bühnenpräsenz verbessern zum Beispiel das Auftreten bei Präsentationen. Zudem schult das Spielen Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit. "Einer meiner Gründe, zum Theater zu gehen, war es, selbstsicherer zu werden", erzählt Sayeh Moazami. "Außerdem hilft das Spielen, lautes und deutliches Sprechen zu trainieren", ergänzt Anneke Drieling. Theaterspielen ist zudem ein guter Ausgleich zum oft stressigen Studienalltag. Man lernt neue Leute kennen, ist immer auch körperlich aktiv und kann sich gleichzeitig kreativ ausleben. "Ich fand es schon immer spannend, in eine andere Rolle zu schlüpfen und mal nicht ich selbst sein zu müssen", so Sayeh Moazami.Nach vier Jahren im Ensemble kann ich all dem nur zustimmen. Theater zu spielen ist für mich zum perfekten Hobby und zu einer Leidenschaft geworden.